Rare Earth

Tony Cragg

Lissabon, Portugal

Cragg zählt zu den innovativsten und wandlungsfähigsten Bildhauern der internationalen Gegenwartskunst. Seine Arbeiten werden in Ausstellungen weltweit gezeigt, sie sind in renommierten Sammlungen und im öffentlichen Raum präsent. Nach dem Museu de Serralves in Porto im Jahr 2004 präsentiert nun das Museo Nacional de Arte Contemporânea (MNAC), die zweite institutionelle Ausstellung Craggs in Portugal.

Die Ausstellung mit dem Titel „Rare Earth“ umfasst eine Sammlung von mehr als 50 Werken, darunter Zeichnungen und Skulpturen aus dem Zeitraum von 1979 bis heute. In seinen Skulpturen reflektiert Tony Cragg die verborgenen Verflechtungen und Beziehungen zwischen Mensch und Natur und vereint in ihnen untrennbar das Abstrakte und das Figurative. Beginnend mit Assemblage Objekten, die an die Arte Povera und Ästhetik der Readymades anknüpfen, über Zeichnungen bis hin zu den technisch und visuell anspruchsvollen Skulpturen der letzten Jahre, versucht der Künstler das enorme Potential neuer Formen und der damit verbundenen Bedeutungen zu erschließen und die Bewegung im Vollzug zu zeigen. Im Dialog zur Ausstellung im MNAC werden im historischen Zentrum von Lissabon, das zu den beliebtesten und schönsten Destinationen Europas zählt, insgesamt vier Skulpturen des Künstlers gezeigt.

Direkt am Wasser begegnet man Craggs Skulptur „Stacks“. Mit drei weiteren Skulpturen bietet sich dem Betrachter ein beeindruckendes Gesamtensemble, in dem Kunst und Stadt einen Dialog eingehen. Die Materialien der Skulpturen sind vielseitig, in „Points of View“ ragen riesige tanzende Säulen aus silberig glänzenden Edelstahl in den Himmel, „Runner“ besticht mit grüner Patina und in der golden scheinenden Skulptur „Integers“ erahnt man die Schwere der Materie. Die Skulpturen erzählen von Craggs unerschöpflichem Formenreichtum, der gleichermaßen für den Betrachter einen unendlichen Assoziationsraum öffnet. Materialien mit den unterschiedlichsten Eigenschaften, sehr oft das Ergebnis von industrieller Technik, werden von Tony Cragg gekonnt forciert und in unerwartete Richtungen geführt- im Ergebnis bewegen sie sich im Spannungsfeld zwischen natürlicher Substanz und erlebbarer Energie.